Gewaltfreie Kommunikation 2017-05-22T16:04:58+00:00

Gewaltfreie Kommunikation

Was ist Gewaltfreie Kommunikation?

Aufrichtigkeit und Empathie – für mich selbst und für mein Gegenüber

1. Selbstempathie / Selbsteinfühlung

Wer über die Fähigkeit verfügt, seine Gefühle und Bedürfnisse wahrzunehmen und sich dieser bewusst zu werden, hat gute Vorraussetzungen dafür, seine Anliegen wirksam und effektiv zu formulieren.

2. Aufrichtigkeit

Bin ich bereit, meine Anliegen ehrlich und aufrichtig mitzuteilen? Und statt anderen Menschen Vorwürfe zu machen, wenn mir etwas nicht gefällt, oder nach Schuldigen zu suchen, formuliere ich eine ICH-Botschaft:

  • um was es mir geht
  • wie es mir dabei geht
  • und was ich gerne hätte

3. Empathie – Einfühlung in den Anderen

Bin ich bereit, mich in andere einzufühlen und mir die Frage zu stellen, wie es meinem Gegenüber geht und was es braucht? Nur wenn ich den anderen verstehe, kann ich mit ihm gemeinsam nach Lösungen suchen, welche meine und seine Anliegen erfüllen, damit beide gewinnnen.

Die innere Haltung in der Kommunikation

Die innere Haltung, die wir im Gespräch mit anderen einnehmen – Wertschätzung, gegenseitiger Respekt, Einfühlung, etc. –  ist von entscheidender Bedeutung, wenn wir mit anderen gut auskommen möchten. Die Gewaltfreie Kommunikation dient uns als Hilfestellung, Krücke bzw. Geländer, um in diese innere Haltung zu kommen. Und sie hilft uns Fallen in der Kommunikation zu umgehen, die uns daran hindern, damit Offenheit und Vertrauen entsteht.

Ziele der Gewaltfreien Kommunikation:

  • Den sprachlichen Ausdruck umzugestalten
  • Eine aktive Form des Zuhörens anzuwenden
  • Aus gewohnheitsmäßigen Reaktionen auszusteigen
  • Bewusste Antworten zu wählen
  • Wahrzunehmen, was Andere fühlen und brauchen
  • Sich klar und ehrlich auszudrücken
  • Anderen respektvolle Aufmerksamkeit zu schenken
  • Eigene Bedürfnisse klar zu formulieren
  • Alte Muster wie Verteidigung, Rückzug und Angriff umzuwandeln
  • Widerstand, Abwehr und gewalttätige Reaktionen auf ein Minimum zu reduzieren
  • Wertschätzung, Aufmerksamkeit und Einfühlungsvermögen zu fördern
  • Zu wissen, dass hinter jeder Handlung der Versuch steht, bestimmte Bedürfnisse und Werte zu erfüllen
  • Zu wissen, dass Bedürfnisse und Werte grundsätzlich positiv sind
  • Zu wissen, dass es auf der Ebene der Bedürfnisse und Werte keine Konflikte geben kann
  • Ein humanistisches Menschenbild zu vertreten
Mashall Rosenberg (1934 – 2015) ist in Detroit aufgewachsen, und ihn beschäftigten vor allem zwei Fragen:

Was motiviert Menschen zu körperlicher und verbaler Gewalt? Wie schaffen es Menschen, selbst unter widrigsten Umständen friedvoll zu bleiben?

Rosenberg studierte Psychologie und vergleichende Religionswissenschaften. 1963 begann er, den GFK-Prozess zu entwickeln und hat ihn seitdem kontinuierlich verändert und erweitert.

1984 gründete er das CNVC (Center of Nonviolent Communication – auf Deutsch: Zentrum für Gewaltfreie Kommunikation) eine weltweiten gemeinnützige Organisation.

Rosenberg hat jahrzehntelang überall auf der Welt gearbeitet. Sein Konzept wird in Familien, Kindergarten und Schulen, Organisationen und Firmen, Psychotherapie und Beratung, sowie in der Mediation eingesetzt.

Marshall Rosenberg wurde inspiriert von:

Carl Rogers – dem Begründer der Klientenzentrierten Psychoteraphie und Mitbegründer der humanistischen Psychologie
Abraham Maslow – Gründervater der humanistischen Psychologie,
Mahatma Gandhi – indischer Pazifist

Rosenbergs Ziele

Auflösung unserer alten Muster von Verteidigung, Rückzug und Angriff
Reduzierung von Widerstand, Abwehr und gewalttätigen Reaktionen
Förderung der Wertschätzung, Aufmerksamkeit und Einfühlung und des Wunsches, von Herzen zu geben
Lenkung der Aufmerksamkeit in eine Richtung, in der die Wahrscheinlichkeit steigt, das zu bekommen, wonach wir suchen
Entdeckung des Potentials unseres Einfühlungsvermögens durch die Klärung von Beobachtung, Gefühl und Bedürfnis – statt Diagnose und Verurteilungen

Netzwerke zu schaffen oder zu unterstützen, die die GFK in alle Teile der Gesellschaft hineintragen.

Seine Vision:

Eine Welt, in der die Bedürfnisse aller erfüllt werden und Konflikte friedvoll gelöst werden.